Tabuthema: auch Frauen schnarchen

19.10.2018 10:00

Schnarchen: Ursachen bei Frauen

 

Nur 5 % der Frauen mit 30 Jahren schnarchen. Ab einem gewissen Alter stehen Frauen den Männern in punkto Schnarchen jedoch in nichts mehr nach: ab 45 Jahren schnarchen circa 45 % aller Frauen regelmäßig. Schnarchen bei Frauen ist jedoch immer noch ein Tabuthema: Frauen sprechen nicht gerne darüber, zumindest nicht, wenn es sie selbst betrifft.

Warum schnarchen Frauen mit zunehmendem Alter und vor allem während der Wechseljahre verstärkt?

Schnarchen: Ursachen bei Frauen & Männern

Schnarchen entsteht durch eine Verengung der oberen Atemwege. Die Atemluft wird schneller und mit höherem Druck angesaugt. Das erschlaffte Gewebe im Mund- und Rachenraum beginnt im Luftstrom zu vibrieren und zu flattern - bekannt als das typische Schnarchgeräusch. Einige Ursachen des Schnarchens betreffen beide Geschlechter. Hierzu gehören z.B.

  • Übergewicht: Übergewicht macht sich nicht nur in Form von Hüft- und Bauchspeck bemerkbar. Auch im Rachenbereich kann es zu Fettablagerungen kommen, wodurch es zu einer Verengung der Atemwege kommt.
  • Alkoholkonsum: Durch übermäßigen Alkoholkonsum und die Einnahme von Medikamenten, z.B. Schlaftabletten, erschlafft die Muskulatur. Schnarchen wird begünstigt.
  • Alter: Mit steigendem Alter lässt die Muskelspannung insgesamt nach, das Gewebe erschlafft. So auch im Mund- und Rachenraum.

Es gibt jedoch auch Gründe, die speziell für das Schnarchen bei Frauen verantwortlich sind.

Schnarchen: Ursachen bei Frauen

Viele Frauen schnarchen mit zunehmendem Alter verstärkt, vor allem mit Beginn der Wechseljahre. Grund hierfür ist die Veränderung des Hormonspiegels. Das weibliche Geschlechtshormon Östrogen sorgt für ein straffes Gewebe – auch im Rachen. Je höher der Östrogenspiegel, desto höher die Serotoninkonzentration. Der Botenstoff Serotonin steuert die Muskeltätigkeit und verhindert ein Erschlaffen des Gewebes. In der Menopause lässt die Östrogenproduktion nach und das Weichteilgewebe im Rachenraum erschlafft. In der Nacht kann es zu Schnarchgeräuschen kommen.

Schnarchen bei Frauen tritt zudem vermehrt in der Schwangerschaft auf. Zum einen lockert sich das Gewebe während der Schwangerschaft, um flexibel genug für die bevorstehende Geburt zu sein. Zum anderen spielt die Gewichtszunahme eine Rolle. Das zusätzliche Fett im Rachen verengt den oberen Atemweg. Schnarchen wird begünstigt.

Was hilft gegen Schnarchen bei Frauen?

Beim Verspüren eines hormonellen Ungleichgewichts können betroffene Frauen ihren Gynäkologen zu Rate ziehen und den Östrogenspiegel im Blut bestimmen lassen. Mit Nahrungsmitteln, die reich an Phytoöstrogenen sind, lässt sich die Östrogenproduktion ankurbeln. Hierzu zählen z.B. Sojaprodukte, Erbsen, Linsen, Bohnen, Leinsamen sowie Obst und Gemüse.

Wenn zusätzlich zum Schnarchgeräusch Atemaussetzer hinzukommen, ist der Gang zum Facharzt (z.B. HNO-Arzt) in jedem Fall notwendig. Dieser kann ein Schlafapnoe-Syndrom ausschließen und über mögliche Behandlungsmöglichkeiten sprechen.

In unserem Artikel "Schnarchen vermeiden: Das hilft gegen Schnarchen" haben wir zudem hilfreiche Tipps zusammengefasst, die helfen Schnarchen zu reduzieren bzw. zu verhindern. Reinschauen lohnt sich!

 

Hier geht's zu unseren medizinischen Hilfsmitteln gegen Schnarchen & Schlafapnoe.